Förderentscheidungen Stipendienprogramm (STIP-II)

Berlin, 13.04.2022

Aus dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Jahr 2020 initiierten Rettungspaket NEUSTART KULTUR wurde der Musikfonds bis 2022 mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von bis zu 31 Millionen Euro ausgestattet.

Weiterhin bedarf es großer Anstrengungen, um das musikalische Potential und die Vielfalt der freien Szene langfristig zu erhalten und in die postpandemische Zeit zu retten.

Der Musikfonds legte mit diesen Sondermitteln zuletzt ein zeitlich befristetes Stipendienprogramm auf. Zur Antragsfrist Ende Februar wurden rund 2.100 Anträge eingereicht.  Das Stipendium von Mai bis Oktober 2022 bietet die Möglichkeit zur künstlerischen Reflektion, zur musikalischen Weiterentwicklung und zur Konzeption alternativer, auch digitaler Formen der Produktion, Aufführung und Vermittlung von Musik. Mit einem Volumen von knapp 6,8 Mio. Euro werden ab Mai 2022 gut 900 Stipendien an Musiker:innen, Komponist:innen und Klangkünstler:innen der freien Musikszene ausgereicht.

Aus den bereitgestellten Mitteln wurden insgesamt 25 Mio. Euro durch Fachjurys in je zwei Ausschreibungen als Einzelstipendien (STIP) sowie in Form von stipendienartigen Förderungen für Ensembles und Bands (FEB) vergeben.

Gut 2.280 Einzelstipendien (STIP – Stipendiendauer je 6 Monate) wurden daraus gefördert, mit einem Gesamtfördervolumen von ca. 15 Mio. Euro.

Mit FEB, der stipendienartigen Förderung für Ensembles und Bands, konnten insgesamt 725 Ensembles bzw. Bands für den Zeitraum von jeweils 3 Monaten unterstützt werden. Die Gesamtfördersumme liegt bei ca. 10 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurde die Projektförderung des Musikfonds aus Mitteln von NEUSTART KULTUR aufgestockt: ca. 4,7 Mio. Euro flossen zusätzlich in die Förderung von gut 270 Projekten.

Dazu der Vorsitzende des Musikfonds, Prof. Martin Maria Krüger:

„Die Pandemie hat die fragile Lage der freien Musikszene besonders deutlich gemacht. Häufig genug sind die Einkommensverhältnisse freischaffender Musiker:innen prekär – das macht sie besonderes verletzlich, gefährdet ihre Existenz und im schlimmsten Fall auch ihr Selbstverständnis als Musikschaffende. In der Musikszene lastete während der Pandemie – wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen – besonderer Druck auf den Frauen. Diese mussten besonders häufig bedingt durch Anforderungen als alleinerziehende Mütter oder pflegende Angehörige verstärkt Auswege jenseits ihrer künstlerischen Arbeit suchen.

Die aus NEUSTART KULTUR finanzierten, effizienten und zielgerichteten Förderprogramme haben während der Pandemie entscheidend zum Erhalt der Vielfalt der Musikszene beigetragen. Unser herzlicher Dank gilt Kulturstaatsministerin Claudia Roth für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel.
Nach der Pandemie muss es nun darum gehen, für Musiker, Komponisten, Klangkünstler sowie nachdrücklich und insbesondere für Musikerinnen, Komponistinnen und Klangkünstlerinnen durch angemessene Honorare und mehr Planungssicherheit nachhaltige künstlerische Produktionsmöglichkeiten zu schaffen.
Durch seinen direkten Kontakt zur Musikszene ist der Musikfonds dafür auch in Zukunft der ideale Partner des Bundes.
Damit die unbestrittene Relevanz der international renommierten Avantgarde-Musikszene Deutschlands in Zukunft nicht nur notdürftig erhalten, sondern innovativ weiterentwickelt werden kann, wird sich der Musikfonds für eine Verstetigung der während der Pandemie erfolgreich umgesetzten Stipendienprogramme für Einzelkünstlerinnen und -künstler sowie für die Weiterführung der Ensemble- und Bandförderung
einsetzen.“

In der ersten Förderrunde im laufenden Jahr sind zur Antragsfrist am 31.03.2022 wieder 470 Projektanträge beim Musikfonds eingegangen, das Antragsvolumen liegt bei knapp 8,4 Mio. Euro. Die Anträge werden in den kommenden Wochen dem Kuratorium vorgelegt und die Förderentscheidungen voraussichtlich Anfang Juni 2022 veröffentlicht.

Pressemitteilung

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Publikation – Musikfonds 2017 – 2019

Im November 2020 ist im PFAU-Verlag die erste Publikation des Musikfonds erschienen. Sie gewährt Einblick in die ersten 500 Projekte, die durch den Musikfonds seit der ersten Kuratoriumssitzung im Jahr 2017 bis 2019 gefördert wurden. Die veröffentlichten statistischen Zahlen geben Aufschluss über die Verteilung der bisherigen Förderungen auf die verschiedenen Bundesländer und Genres, der Band dokumentiert aber auch in zahlreichen Kurztexten und Fotos eindrucksvoll die Vielfalt und Entwicklung der freien experimentellen Musikszene in Deutschland mit all ihren interdisziplinären und genreübergreifenden Strömungen.

Die Publikation ist online abrufbar oder als Buch (ISBN: 978-3389727-555-3) beim Musikfonds oder über den PFAU-Verlag erhältlich.

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