Disturbed Ground
Disturbed Ground ist eine Zusammenarbeit zwischen ∄ aus Kyjiw und dem CTM Festival, bei der ukrainische und internationale Künstler:innen zusammenkommen, um audiovisuelle Performances zu gestalten, die auf die ökologischen Folgen des Krieges in der Ukraine reagieren.
In »Heavy Waters« von undo despot, Zeynep Schilling und alen hast + myk rudik (u2203 studio) wird eine Bildsprache, die von Folklore, wissenschaftlicher Forschung und ökologischer Dokumentation geprägt ist, mit den affektiven und emotionalen Möglichkeiten von Klang und Musik kombiniert, um den Flüssen, Gewässern, Sedimenten und den Landschaften, die sie formen und speisen, eine Stimme als Gefäß des kollektiven Gedächtnisses und Ort kontinuierlicher Transformation zu geben.
In »The Core« von Khrystyna Kirik und Mark Bain werden seismische Daten von Raketenangriffen und Explosionen in der Ostukraine, von der Zerstörung des Kakhovka-Staudamms, regionalen Erdbeben und grundlegender Umweltmessungen in spürbare Vibrationen und Klänge umgewandelt. Unter Verwendung von niederfrequenten Basswellen, dichten Drones, Stimme und hochfrequenten Klangtexturen macht die Performance vom Ort der Aufführung ferne Gewalt als körperlich eindrückliche, vibrierende Präsenz spürbar.
Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit versuchen die Projekte, neue Wege zu finden, um Ökozid wahrzunehmen und sich damit in einer Weise auseinanderzusetzen, die über Daten und Karten hinausgeht. Begleitend zu den Performances wird eine zusätzliche Videoarbeit von Vartan Markarian gezeigt. »Horizons of Disappearance« entstand im Rahmen der Residency Echoes of the Earth, die Disturbed Ground inspirierte.