Ensemble Scope
Wer kennt sie nicht? Hundefilter, Face-Swap- oder Grannyfilter. Im Handumdrehen verändern sich Gesichter nach Belieben. Die technisch-ästhetischen Möglichkeiten, die eigene Identität spielerisch zu verwandeln, sind endlos. Sehgewohnheiten verändern sich durch Filter stetig und nehmen Einfluss auf unser ästhetisches Empfinden, Selbstbilder und Körperideale und tragen zur Verbreitung und Manifestierung von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Stereotypen bei. Längst gibt es mit #nofilter eine Gegenbewegung. Mit diesem Hashtag versehene Posts sollen „authentischen“, unbearbeiteten Content sichtbar machen. Aber wie „echt“ kann digitaler Content sein? Auch Audiofilter sind in unserem Alltag präsent. Sie optimieren Gespräche und unterdrücken Störgeräusche. Durch jedes Unterdrücken geht jedoch auch zwangsläufig etwas verloren. Seien es Hintergrundrauschen oder leise Klänge. Filter stellen auf etwas Bestimmtes scharf, im Zweifel auf das Laute, das Prägnante. Was hat diese Funktionsweise für soziale und politische Implikationen?